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Δευτέρα 30 Σεπτεμβρίου 2019

Liebe und Ehe aus Sicht der Orthodoxen Kirche

orthodoxe-kirche-albstadt.de

† Metropolit Arsenios von Austria
Vorsitzender der Orthodoxen Bischofskonferenz in Österreich



Die Hochzeit von Kana (von hier)

Die höchste und vollständige Form des „Mit-einander-Seins“ ist nach dem Glauben der Kirche nur in der liebenden, von Gott gesegneten Verbindung zwischen Mann und Frau zu sehen. Das betont Metropolit Arsenios in einem aktuellen Beitrag. Wörtlich schreibt der Metropolit: “Das ist, was Ehe in ihrem Kern bedeutet: Die von Gott gesegnete freiwillige Verbindung von Mann und Frau, mit dem Ziel, sich gegenseitig zu erfüllen und den gemeinsamen Weg zum Reich Gottes zu gehen.” Das unerschütterliche Festhalten der Orthodoxen Kirche an der Ehe zwischen Mann und Frau bedeute zugleich aber keine Missachtung oder Verurteilung derjenigen, die sich entschieden haben, eine andere Art von Leben zu führen. Metropolit Arsenios: “Die Kirche hält sich nicht von dem Menschen, der eine andere Gesinnung und Lebensweise als sie vertritt, fern, sie weist ihn nicht ab, sondern versucht, ihm in heilsamer, gerechter Weise die richtige Motivation zu einer Lebensänderung zu geben.”
 
Der Beitrag von Metropolit Arsenios im Wortlaut:
 
Die orthodoxe Position über Liebe und Ehe schließt mit Entschiedenheit und unzweifelhaftem Willen an die Idee der Menschenrechte an, wie sie von der Generalversammlung der Vereinten Nationen 1948 proklamiert wurden und welche sich allmählich zur Grundlage eines sogenannten „Weltethos“[1] entwickelt haben. Die Menschenrechte, wie sie heute als Rechte von allgemeiner Gültigkeit verstanden werden, haben als Grundlage die Menschenwürde, eine Idee, welche sowohl in der biblischen als auch in der patristischen Tradition tief verwurzelt ist.
 
Die Menschenwürde hängt mit nichts Anderem unmittelbarer als mit der Tatsache zusammen, dass allein der Mensch nach dem Bild und Gleichnis Gottes erschaffen ist.[2]
 
Ich möchte hier den von dem berühmten Theologen Claus Westermann angeführten Kommentar zu der betreffenden Bibelstelle wörtlich zitieren: „Damit ist dem Menschen eine Würde verliehen, die in seinem Geschaffensein von Gott begründet ist. Dabei ist wohl zu beachten, dass die Gottebenbildlichkeit nicht etwa dem Menschengeschöpf noch dazu verliehen wird; sie ist explikativ gemeint: damit, dass der Mensch von Gott geschaffen ist, ist er zu Gottes Ebenbild geschaffen. Diese dem Menschen mit seinem Geschaffensein verliehene Würde ist vollkommen unabhängig von allen möglichen Unterschieden zwischen Menschengruppen, von völkischen, religiösen, rassischen und sozialen Unterschieden. Sie eignet dem Menschen jenseits aller dieser Differenzierungen.“[3]
 
Die Stelle aus Gen 1,26 mit der Schlussformel „lasset uns Menschen machen“ hebt die Erschaffung des Menschen aus dem übrigen Schöpfungswerk heraus und weist auf die Besonderheit der menschlichen Existenz hin. Der Mensch wird dabei nicht das kontingente Produkt einer unpersönlichen Schicksalsmacht, sondern das Ergebnis einer lebendigen Person, einer Intention, eines freien Entschlusses. All das macht als Konsequenz nicht nur den personalen Gott aus, sondern auch den Menschen, worin er sich vom Rest der Schöpfung unterscheidet.


Wenn man das besondere Verhältnis Gottes zum Menschen als ein Gemeinschafts-verhältnis auslegt, dann wird noch deutlicher, dass alles, was ein solches Verhältnis stören würde, a priori verwerflich und unheilig ist. Jeder Mensch hat als persönliches Werk Gottes das Recht auf ein persönliches Verhältnis zu seinem Schöpfer, was natürlich noch offensichtlicher macht, dass jede Art von Diskriminierung eines Mitmenschen vor allem das Verhältnis Gottes zu diesem Mitmenschen berührt. Fazit: Alle Menschen sind gleich, weil alle von dem einen Schöpfer und unter denselben Bedingungen, d. h. aus dem Nicht-Seienden (creatio ex nihilo), geschaffen sind.
 
Die alttestamentliche Konzeption über die Würde aller Menschen und deren Gleichheit vor Gott setzt sich im Neuen Testament weiter fort: „Denn es ist hier kein Unterschied: Sie sind alle Sünder und haben die Herrlichkeit (δόξα) verloren, die Gott ihnen zugedacht hat, und werden ohne Verdienst gerecht aus seiner Gnade durch die Erlösung, die durch Christus Jesus geschehen ist[4] (…) Ihr alle, die ihr auf Christus getauft worden seid, habt Christus angezogen. Hier ist nicht Jude oder Grieche, hier ist nicht Sklave oder Freier, hier ist nicht Mann oder Frau. Denn ihr seid alle Einer in Christus Jesus.“[5]
 
Diese Vorstellung von einer besonderen Würde, die allen Menschen zukommt und die alle Menschen unabhängig von ethnischer Herkunft oder sozialer und rechtlicher Stellung teilen, gehört auch zu den Grundlagen der Ethik der Väter der Kirche. In der Auslegung von Mt 25, 31-46 (insbesondere 25, 40) verwahrt sich der heilige Johannes Chrysostomos gegen eine Begrenzung christlicher Hilfe auf die christlichen Brüder unter Hinweis auf die grundsätzliche Gleichheit aller Menschen und die gemeinsame Teilhabe an der menschlichen Natur. Deutlich wird diese gemeinsame Natur zum Bezugspunkt für die Gleichheit aller Menschen auf universaler Ebene: „Denn die Gnade ist auf alle ausgegossen und verschmäht nicht Juden, Griechen, Barbaren, Skythen, nicht den Freien, den Sklaven, Männer, Frauen, den Alten und den Jungen. Alle werden auf gleiche Weise zugelassen und eingeladen nach Maßgabe gleicher Würde.“[6]
 
Der bewusste Respekt für die Würde (dignitas) jeder menschlichen Person zeigt sich nach Johannes Chrysostomos vor allem in der Liebe für den Nächsten (πλησίον), und selbst für den Feind, nicht nur durch Worte, sondern durch Taten. Dieser Ausdruck von Liebe sei Anfang und Ende der Tugend.[7] Die Liebe zum Mitmenschen stellt auch in neuerer Zeit bei dem berühmten Schweizer Pädagogen J. Pestalozzi den Kernpunkt des pädagogischen Systems dar: „Liebe, und eine mit Liebe im Kinde entquellende Geistestätigkeit sind also offenbar der gemeinschaftliche positive und unveränderliche Anfangspunkt, von welchem die Entwicklung aller Anlagen zu unserer Veredlung ausgeht und ausgehen muss.“[8]
   
Wenn die Liebe zum Mitmenschen die Quintessenz der christlichen Ethik ist, dann ist jeder Christ, und vor allem die Kirche verpflichtet, jede Entscheidung dieses Mitmenschen in Hinsicht auf die Gestaltung seines Lebens oder seiner sexuellen Vorlieben völlig zu respektieren, weil die Kirche einfach das von Anfang an dem Menschen von Gott angelegte Geschenk respektiert, nämlich sich frei für die eine oder die andere Alternative zu entscheiden. Gott machte den Menschen bei der Schöpfung zum Herrn über das Gute oder das vom Guten Abweichende und unterstellte alles der eigenen Meinung, der freien Entscheidung und dem eigenen Willen des Menschen.

Die Kirche nimmt nach der orthodoxen Auffassung also aus tiefster Überzeugung jeden Menschen, unabhängig von seiner Stellung innerhalb der Gesellschaft oder seiner sexuellen Präferenz und Orientierung in ihrem Schoß auf. Sie tut es nicht aus Zwang, sondern aus freiem Willen und echter Liebe zum Mitmenschen, weil sie glaubt, dass jeder Mensch, also auch derjenige, der sich für eine andere Form der Sexualität als die von Natur aus dem Menschen zugedachte entschieden hat, den vollen Respekt und Achtung als Gottes persönliches Geschöpf genießen muss. Die Kirche freut sich sogar und muss sich über diejenigen Menschen freuen, die sich trotz ihrer sexuellen Vorlieben, welche nicht dem traditionell von der Kirche vertretenen Vorbild entsprechen, in vielen Bereichen des Lebens, wie z. B. in der Kunst, der Wissenschaft oder der Politik auszeichnen und durch ihre Lebensweise das Gute zu tun versuchen.
 
    
Traditionelle griechische Hochzeit (von hier)
 
 
Die Orthodoxe Kirche präsentiert ein christliches Lebensmodell, das auf dem Evangelium und seiner Lehre gründet. Diese Lebensweise ist eine Idealvorstellung, der man freiwillig nachfolgen kann oder eben auch nicht. Eine von dieser Idealvorstellung abweichende Lebensweise wird von der Kirche respektiert, aber stimmt nicht mit ihrer Lehre überein. Diese abweichenden Lebensweisen können nicht als mit der orthodoxen Vorstellung von der Heiligkeit der Eheschließung zwischen Mann und Frau gleichrangig betrachtet werden.
 
Die christliche Vorstellung für die höchste und vollständige Form des „Mit-einander-Seins“, des „Einander-leiblich und seelischen-Begegnens“ ist nach dem Glauben der Kirche nur in der liebenden, von Gott gesegneten Verbindung zwischen Mann und Frau zu sehen. Das ist, was Ehe in ihrem Kern bedeutet: Die von Gott gesegnete freiwillige Verbindung von Mann und Frau, mit dem Ziel, sich gegenseitig zu erfüllen und mit der Potenzialität, Kinder zu zeugen, d. h. neue Menschen mit dem Segen und der Hilfe Gottes ins Sein zu bringen und später der Gesellschaft zu übergeben.
   
In der christlichen Vorstellung von Ehe und Familie hängen beide Begriffe unmittelbar mit der Verbindung zwischen Mann und Frau zusammen. Warum? Weil das die Lehre der Bibel, des Evangeliums Jesu Christi, die Lehre der heiligen Väter ist: „Am Anfang der Schöpfung aber hat Gott sie als Mann und Frau geschaffen. Darum wird der Mann Vater und Mutter verlassen, und die zwei werden ein Fleisch sein. Sie sind also nicht mehr zwei, sondern eins. Was aber Gott verbunden hat, das darf der Mensch nicht trennen“.[9] Das ist die Quintessenz des Einander-Erfüllens / Voneinander-Erfüllt-Seins. Jede Abschweifung von der von Gott gegebenen und bestimmten Art von Beziehung zwischen Mann und Frau wird deutlich in der Bibel abgelehnt. Johannes Chrysostomos unterstreicht die Wichtigkeit der Vereinigung zwischen Mann und Frau als „echte Lust“, die den Bedingungen der Natur entspricht.[10]
   
Die Ehe hat dem christlichen Verständnis nach einen sehr wichtigen sakramentalen Charakter: „Wer seine Frau liebt, liebt sich selbst. Denn niemand hat jemals sein eigenes Fleisch gehasst, sondern er nährt und pflegt es, wie auch der Christus die Gemeinde. Denn wir sind Glieder seines Leibes. Deswegen wird ein Mensch Vater und Mutter verlassen und seiner Frau anhängen, und die zwei werden ein Fleisch sein. Dieses Geheimnis ist groß, ich aber deute es auf Christus und die Gemeinde.“[11]
 

Orthodoxe Hochzeiten in Tansania (von hier)

An dieser Stelle findet die Heiligkeit der Institution der Ehe und des familiären Lebens als Grundstein, auf dem sich die heilige Beziehung der Ehepartner stützt, ihre Begründung. In dem Ehebund erhält jedes Glied, der Mann und die Frau, seine existentielle Fülle unter der unabdingbaren Voraussetzung, dass sie die Ehe- und Hausgemeinschaft auf die Liebe und Hingabe (ἀγάπη) gründen. Nicht nur das Begehren (ἔρως) schafft die Ehegemeinschaft, sondern die Liebe, das Sich-für-den-Anderen-Opfern (θυσία), für den Anderen zu jeder Zeit – sei es eine günstige oder eine schwierige – da zu sein. Die Familie ist wiederum das organische Zentrum zur Verwirklichung der Liebe (ἀγάπη), die alle Gemeinschaft trägt.
 
Quelle und Maß aller menschlichen Liebe (ἀγάπη) ist im Neuen Testament die Gottesliebe. Der Epheserbrief führt diesen Gedanken weiter aus: das Vorbild aller ehelichen Liebe ist dem Christen die Liebe Christi zu seiner Gemeinde. Wie sich Christus als Haupt der Kirche für sie opfert und durch sein Opfer deren Heil erfolgt, genau so führt der Mann seine Frau als deren Haupt auf geheimnisvolle Weise zum Heil, da sie etwas aus seinem Dasein ist. In der christlichen Ehe zwischen Mann und Frau spiegelt sich die geheimnisvolle Bindung zwischen Christus und seine Kirche wider. Der Mann ist das Abbild des Bräutigams Christus und sieht in der Person seiner Frau die Kirche als Braut. Diese Vorstellung von Christus als dem Ehe-Herrn liegt der Haustafel des Epheserbriefs zugrunde. In Eph. 5, 31 ist der Gedanke typologisch zu Ende gedacht, das Genesiswort vom Drange des Mannes zur Frau und der Vereinigung (Henosis) der Ehegatten wird als ein „großes Geheimnis“ erklärt und auf Christus und die Kirche bezogen. Diese typologische Deutung des Verhältnisses zwischen Mann und Frau und dessen Zurückführen auf das Verhältnis zwischen Christus und der Kirche ist bei berühmten hochgelehrten Kirchenvätern, wie z. B. bei dem heiligem Gregor von Nyssa, vorzufinden.
 
In dem berühmtesten seiner hermeneutischen Werke, der Auslegung des Hoheliedes der Liebe, wird der erotische Drang der menschlichen Seele zu Christus dem erotischen Drang einer Braut zum ihrem Bräutigam gegenübergestellt. Der erotische Drang des zu Gott emporstrebenden Menschen wird immer mit zwei Objekten unterschiedlichen Geschlechts in Zusammenhang gebracht. Wie jeder Bräutigam zieht Christus seine Braut (die menschliche Seele) zu einem endlosen Liebesverhältnis heran, und die Braut erwidert die Gefühle ihres Bräutigams, indem sie sich auf ein endloses Streben nach ihm einlässt. Die zum eigentlichen Guten und Schönen schauende Seele findet in ihm immer wieder etwas Neueres und noch Wunderbares: „Es kommt niemals zu einem Stillstand im Verlangen nach dem Schauen, weil das in Aussicht Stehende bestimmt großartiger und göttlicher als das bereits Gesehene ist.“ Deshalb hört die Braut in ihrer Bewunderung und in Ihrem Erstaunen nicht auf, weiter nach ihm zu streben, und dies hat kein Ende.[12]
 
In der Auslegung des Hoheliedes der Liebe durch berühmte Väter der Kirche (Origenes, Gregor von Nyssa) wird das mystischen Verhältnis zwischen Christus und seiner Kirche mit der liebenden-leidenschaftsvollen Zuneigung eines Bräutigams zu seiner Braut verglichen, was deutlich darauf hinweist, dass in der patristischen Tradition bei der echten Art von Liebe und des erotischen Verbindens immer an die Verbindung zwischen einem Mann und einer Frau gedacht wurde. Dieses erotische Verbinden, dieses Liebend-Einander-Begegnen, findet seine mystische Zuspitzung im sakramentalen Leben der Kirche, im Sakrament der Ehe, weil die Ehe ein Geheimnis der Liebe ist. Nur in einer auf der Tugend gestützten Ehe kann man echte Liebe, Ruhe und sein Glück finden. Die Ehe hat nach Johannes Chrysostomos die Funktion eines „Hafens der Besonnenheit“, das beide Ehepaare vor jedem Sturm (Ungestüm der Natur) schützt.[13] Der Sturm entsteht, wenn es zu Übertreibungen kommt: Das ist zum Beispiel der Fall bei einem Übermaß an Enthaltsamkeit. In seinem Kommentar von 1 Kor. 7, 5 äußert sich der Heilige Vater zu diesem Thema: „Christus hat angeordnet durch den Mund des Paulus, dass sich beide Ehegatten nicht einander entziehen dürfen; manche Frauen aber haben sich mit dem angeblichen Wunsch der Enthaltsamkeit, als ob sie etwas Frommes machten, von ihren Männern entfernt und haben sich selbst zum Ehebruch und ins Verderben geführt.“[14]
   
„Jeder darf sich dem Anderen außer im gegenseitigen Einverständnis nicht entziehen. Was soll das heißen? Weder die Frau, sagt Paulus, darf sich ihrem Mann entziehen, wenn es seinem Willen nicht entspricht, noch darf der Mann sich seiner Frau entziehen, wenn seine Frau es nicht will. Aus welchem Grund? Weil sich aus dieser Enthaltsamkeit viel Böses ergibt; weil sich daraus viele Ehebrüche, viel Unzucht und Familienzerstörungen ergeben haben.“[15]
 
Also alles mit Maß. Sich innerhalb der Ehe einander zu entziehen, widerspricht der Natur der Ehe, die eigentlich das Seelisch- und Leiblich-Einander-Begegnen zwischen Mann und Frau bedeutet. Ein solches sexuelles Verhalten entspricht der Natur der Ehe, und alle Menschen neigen von Natur aus dazu , weil jeder Mensch aus dem liebenden Verkehr zweier Menschen ins Sein gekommen ist! Gregor von Nyssa äußert sich deutlich dazu: „Ich weiß wohl, dass auch die Ehe der Segnung Gottes nicht ermangelt. Denn ein ausreichender Fürsprecher für die Ehe ist die allgemeine Natur der Menschen, welche all denen, die durch die Ehe ins Leben kommen, diese Neigung dazu automatisch eingeflößt hat.“[16]
   
Im patristischen Bewusstsein wird also auch anhand des biblischen Zeugnisses die Beziehung zwischen Mann und Frau als natürliches Verhalten betrachtet. Jede andere Art von Beziehung steht im Widerspruch mit dem natürlichen Ablauf der Natur. 
 
Dieses unerschütterliche Festhalten der Orthodoxen Kirche an der Ehe zwischen Mann und Frau bedeutet zugleich keine Missachtung oder Verurteilung derjenigen Brüder in Christus, welche entschieden haben, eine andere Art von Leben zu führen. Die Orthodoxe Kirche weist gegenüber diesen Personen nicht nur eine Haltung von Toleranz auf. Toleranz ist mehr als eine Idee. Sie ist nicht mit der Ethik des Mit-Leidens, das in der patristischen Tradition von ausschlaggebender Bedeutung zur Überwindung einer Schwäche ist, zu verwechseln. Toleranz bedeutet für die Orthodoxe Kirche Akzeptanz oder genauer gesagt Respekt der freien Entscheidung des Anderen. Die Kirche steigt herab zu den Schwächen jedes einzelnen Menschen, empfindet Mitleid für ihn, betet für ihn, arbeitet mit ihm zusammen, sodass er seine Schwächen überwinden kann. Die Kirche hält sich nicht von dem Menschen, der eine andere Gesinnung und Lebensweise als sie vertritt, fern, sie weist ihn nicht ab, sondern versucht, ihm in heilsamer, gerechter Weise die richtige Motivation zu einer Lebensänderung zu geben. Im Fall eines Scheiterns ihres Versuches, wenn sich der Andersdenkende für einen anderen Kurs in seinem Leben entscheidet, überlässt die Kirche das Werk dem Heil Gottes.
 
Der Weg zu Gott besteht im ständigen Kampf gegen unsere Schwächen, im ständigen Bemühen, sich selbst zu übertreffen. Im weiteren Streben nach der Überwindung unserer Schwächen, der kleinen und großen, liegt eigentlich der wahre Genuss, nicht in der Erreichung des Zieles selbst: „darin besteht in Wahrheit das Gottschauen, dass derjenige, der zu Gott aufschaut, nie von seinem Verlangen lässt“.[17]
   
Es ist leicht nachzuvollziehen, dass die Überlieferung der Kirche in ihrer tiefschürfenden Weisheit – durch das Sakrament der Ehe und der heilige Institution der Familie als „Hauskirche“ – seit jeher eine existentielle Wahrheit gelehrt hat, welche die jungen Generationen heute wieder zu entdecken scheinen, und so erfährt, dass Freude nicht gleich Genuss ist. Der Genuss „füllt“, aber nährt und sättigt nicht. Er lässt den Menschen immer hungrig und hinterlässt schließlich im Herzen des Menschen eine schreckliche Leere, von welcher manche Menschen leider denken, dass nur der Tod in der Lage wäre, sie zu besänftigen. Die Wahrheit, an welche uns Christus erinnert, ist ein Zeichen der Hoffnung für die Zukunft, ein Stern für das Morgen. Die Freude wird nicht aus dem Genuss geboren, sie entspringt vielmehr aus einem Leben der tief verwurzelten Kommunion und daraus, dass man für das geliebt wird, was man ist, jenseits aller Komplexe und Maskeraden.
   
Die Freude entspringt aus der Tatsache, sich von jemandem ohne Bedingungen geliebt zu fühlen, seine beste Seite in Bezug auf Intelligenz, Herz und Willen in einer authentischen Beziehung ausdrücken zu können. Die Freude ist eine Frucht der Liebe, welche der Mensch für Gott empfindet und welche er „aus ganzem Herzen, ganzer Kraft und ganzer Seele“ durch seine Existenz und fleischliche Liebe zum Ausdruck bringt. Diese Freude jedoch benötigt viel Zeit und Geduld, um ihre Vollständigkeit zu erreichen.
   

 
[1] Vgl. H. Küng/J. Hoeren, Wozu Weltethos? Religion und Ethik in Zeiten der Globalisierung. Hans Küng im Gespräch mit Jürgen Hoeren, Herder Spektrum 5227, Freiburg/Basel/Wien 2002.
 
[2] Gen 1,26f; Vgl. Gen 9,6. Zum εἰκών siehe G. v. Rad, Art. εἰκών. D. Die Gottesebenbildlichkeit im: ThWNT 2 (1935), 388, H. Wildberger, Das Abbild Gottes Gen 1, 26-30, in: ThZ 21 (1965), 245-260; Der Mensch als Bild Gottes (Hg.), L. Scheffczyk, in: Wege der Forschung Bd. CXXIV, Darmstadt 1969.
 
[3] Das Alte Testament und die Menschenrechte: Jörg Baur (Hg.), Zum Thema Menschenrechte Theologische Versuche und Entwürfe, Stuttgart 1977, 7.
 
[4] Röm. 3, 22-24.
 
[5] Gal. 3, 27f.
 
[6] Hom. in Joh 8, 1 (PG 59, 65, 33-38). Vgl. auch Max. Conf., Questionae ad Thalassium 15, PG 90, : ‘’τὸ πνεῦμα τὸ ἅγιον, οὐδενὸς ἄπεστι τῶν ὄντων· καὶ μάλιστα τοῦ λόγου καθοτιοῦν μετειληφότων’’.
 
[7] Epist. ad Cor., Hom XXIII, 3, PG 60, 619. ‘’ἀρχή καὶ τέλος τῆς ἀρετῆς’’.
 
[8] Pestalozzi, Ansichten und Erfahrungen, 4 Brief, 6 (Ausg. Werke, 3 Bd., S. 332-333).
 
[9] Mk 10, 6-9. Vgl. Gen. 1, 24.
 
[10] Vgl. PG 60, 416-417. ‘’ἡ γὰρ γνησία ἡδονὴ ἡ κατὰ φύσιν ἐστίν΄΄.
 
[11] Eph. 5, 32
 
[12] Vgl. Greg. Nyss., Hom. 11 (zu Cant. 5, 2c-f).
 
[13] Vgl. De Virginitate 9, 1: λιμήν … σωφροσύνης τοῖς βουλομένοις αὐτῷ χρῆσθαι καλῶς, οὐκ ἀφιεὶς ἀγριαίνειν τὴ φύσιν.
 
[14] In Math. Evangellium Hom. 86, PG 58, 768
 
[15] Hom. 19, PG 61, 152.
 
[16] De Virg. 7 PG 46, 353: οὐ γὰρ ἀγνοοῦμεν ὅτι καὶ οὗτος τῆς τοῦ θεοῦ εὐλογίας οὐκ ἡλλοτρίωται. Ἀλλ’ ἐπειδὴ τούτου μὲν αὐτάρκης συνήγορος καὶ ἡ κοινὴ τῶν ἀνθρώπων φύσις ἐστὶν αὐ­τό­μα­τον τὴν πρὸς τὰ τοιαῦτα ροπὴν ἐντιθεῖσα πᾶσι τοῖς διὰ γάμου προϊοῦσιν εἰς γένεσιν…
 
[17] Greg. Nyss., Vita Moysis PG 44, 404A. ‘’ἐν τούτῳ ὄντος τοῦ ἀληθῶς ἰδεῖν τὸν θεόν, ἐν τῷ μὴ λῆξαι ποτε τῆς ἐπιθυμίας τὸν πρὸς αὐτὸν ἀποβλέποντα’’.
 

Τετάρτη 4 Σεπτεμβρίου 2019

Paradies und Hölle nach der Orthodoxen Überlieferung



Von Protopresbyter Georgios Metallinos
Vormals Dekan und Professor em. der Theologischen Hochschule,
Universität Athen

Übersetzung: Sr. Matthaia ©Heiliges Kloster Pantokratoros
Griecheischer Text: http://www.oodegr.com/oode/esxata/kol_par1.htm

In English:
Heaven & Hell in the Afterlife Acc. To The Bible

Am Sonntag von Apokreos [vorletzter Sonntag vor der Großen Fastenzeit] "gedenken wir der zweiten und unverbrüchlichen Ankunft unseres Herrn Jesu Christi". Der Ausdruck "gedenken" aus dem Synaxarion bezeugt, dass die Kirche, als Leib Christi, in ihrer Gottesverehrung die Zweite Ankunft Christi als "Ereignis" erlebt und nicht als etwas, das historisch erwartet wird. 
Der Grund dafür ist, dass wir durch die göttliche Eucharistie in das himmlische Reich versetzt werden, in die „Überzeitlichkeit.“ Das ist die orthodoxe Perspektive, aus der das Thema von Paradies und Hölle untersucht werden soll.

In den Evangelien (Matth. 25) wird das „Königreich“ und das „ewige Feuer“ erwähnt. In dieser Perikope, die in der Liturgie des Sonntag von Apokreos gelesen wird, ist das „Königreich“ die göttliche Bestimmung des Menschen. Das "Feuer" ist "bereitet" für den Teufel und seine Engel (Dämonen), nicht weil Gott es so wollte, sondern weil sie nicht bereuen. Das "Königreich" ist denen "bereitet", die dem Willen Gottes treu sind. "Königreich" (= ungeschaffene Herrlichkeit) ist das Paradies, das (ewige) "Feuer" ist die Hölle („ewige Strafe“ V.46). Am Anfang der Geschichte lädt Gott den Menschen zu sich ins Paradies, in die Gemeinschaft mit Seiner ungeschaffenen Gnade. Am Ende der Geschichte steht der Mensch Himmel und Hölle gegenüber. Was das bedeutet, werden wir im Folgenden sehen. Wir betonen, dass es ein besonders zentrales  Thema unseres Glaubens ist, der Prüfstein des Christentums als Orthodoxie.

1. Himmel und Hölle werden im Neuen Testament häufig erwähnt. In Lk.23, 43 sagt Jesus zu dem Räuber "heute wirst du mit mir im Paradies sein“. Auf das Paradies aber bezieht sich auch der Räuber, als er sagt: "Herr, gedenke meiner [...] in deinem Reich." (Lk. 23,42)  Nach Theophylaktos von Bulgarien (PG 23, 1106): ”Für den Räuber bedeutete das Paradies nämlich das Königreich.“ Apostel Paulus (2.Kor. 12, 3-4) bekennt, dass er schon in dieser Welt "ins Paradies entrückt wurde und unaussprechliche Worte hörte, die kein Mensch auszusprechen vermag.“ In der Offenbarung lesen wir: "Wer siegt, dem werde ich zu essen geben vom Baum des Lebens, der im Paradies meines Gottes steht.“(2,7) Und Arethas von Caesarea erklärt: "Paradies meint das gesegnete und ewige Leben." (PG 106,529). Paradies - Ewiges Leben - Reich Gottes sind identisch.
In Bezug auf die Hölle: Matth. 25,46  (hingehen  "…in ewige Pein") 25,41 („in das ewige Feuer“), 25,30 („in die Finsternis draußen“), 5,22 ("Höllenfeuer").
Joh. 4,18 („…denn die Furcht rechnet mit Strafe“). Auf solch unterschiedliche Weise wird ausgedrückt, was wir mit „Hölle“ meinen.

2. Himmel und Hölle sind nicht zwei verschiedene Orte. Diese Auffassung ist heidnisch. Es handelt sich um zwei verschiedene Zustände (Weisen), die aus derselben ungeschaffenen Quelle entspringen und als zwei unterschiedliche Erfahrungen erlebt werden. Besser gesagt, es ist dieselbe Erfahrung, die vom Menschen unterschiedlich erlebt wird, entsprechend seinen inneren Voraussetzungen. Dieses Erlebnis ist der Anblick Christi im ungeschaffenen Licht Seiner Gottheit, in Seiner "Herrlichkeit". Vom Moment seiner Zweiten Ankunft bis in alle unendliche Ewigkeit werden alle Menschen Christus in Seinem ungeschaffenen Licht sehen. Und dann werden "die das Gute getan haben, (...) zum Leben auferstehen, die das Böse getan haben, zum Gericht." (Joh.5.29). Vor dem Angesicht Christi werden die Menschen geteilt ("Schafe" und "Böcke", zu Seiner Rechten und zu Seiner Linken). Es werden also zwei Gruppen unterschieden: diejenigen, die Christus sehen werden, wie das Paradies ("überströmendes Licht") und diejenigen, die ihn sehen, wie die Hölle ("verzehrendes Feuer" Hebr.12, 29).
Himmel und Hölle sind dieselbe Realität. Dies wird auf den Ikonen von der Zweiten Ankunft dargestellt. Von Christus geht ein Fluss aus, strahlend wie ein goldenes Licht im oberen Teil, wo sich die Heiligen befinden, und ein Strom von Feuer im unteren Teil, wo sich die Dämonen und die Unbekehrten („die niemals Reue gezeigt haben“, wie es ein Troparion sagt) befinden. Deshalb steht in Lukas 2,34 geschrieben, dass Christus "dazu bestimmt ist, dass viele durch ihn zu Fall kommen und viele aufgerichtet werden.“ Für diejenigen, die Ihn annehmen und der von Ihm angebotenen Heilung des Herzens folgen, wird er die Auferstehung zum ewigen Leben, und für alle, die ihn ablehnen, wird er zum Sturz und zur Hölle.
Patristische Zeugnisse: Der Hl. Johannes vom Sinai (Klimakos) sagt, dass das ungeschaffene Licht Christi "verzehrendes Feuer und strahlendes Licht ist". Der Hl. Gregor Palamas (E.Π.E. 11, 498) bemerkt: "Er wird euch, wie er sagt, im Heiligen Geist und im Feuer taufen, das bedeutet, durch Erleuchtung und Qual. Denn jeder wird das empfangen, was er gemäß seinen Voraussetzungen verdient." Und an anderer Stelle (Schriften, Hrsg. Christou, II. S.145): Das Licht Christi, "obgleich es für alle zugänglich ist, so nehmen doch nicht alle in der gleichen Weise daran teil, sondern unterschiedlich…“
 So sind Himmel und Hölle nicht einfach Belohnung und Bestrafung (Verurteilung), sondern die Art und Weise wie ein jeder von uns den Anblick Christi erlebt, entsprechend dem Zustand seines Herzens. Gott bestraft schließlich nicht, wenn auch aus pädagogischen Gründen und in der Heiligen Schrift von Strafe die Rede ist. Je geistlicher jemand wird, desto besser versteht er die Sprache der Heiligen Schrift und unserer Überlieferung. Die Zustand des Menschen (rein-unrein, mit Reue-ohne Reue) gibt den Ausschlag, wie wir Sein Licht aufnehmen, als Himmel oder Hölle.

3. Das anthropologische Problem in der Orthodoxie ist, wie der Mensch in Ewigkeit Christus als Paradies schauen wird, und nicht als Hölle, d.h. wie er an Seinem himmlischen und ewigen „Königreich“ teilhaben wird. Und hier liegt der Unterschied des Christentums als Orthodoxie zu den verschiedenen Konfessionen. Letztere versprechen auch eine "Glückseligkeit" nach dem Tod. Orthodoxie ist nicht die Suche nach Glückseligkeit, sondern die Therapie von der Krankheit der Religion, wie Vater Johannes Romanidis unausgesetzt anhand der Väter predigt. Die Orthodoxie ist ein offenes Krankenhaus innerhalb der Geschichte ("eine geistliche Arztpraxis" nach J. Chrysostomus), welche die Behandlung des Herzens anbietet ("Reinigung"), um zu seiner „Erleuchtung“ durch den Heiligen Geist fortzuschreiten, und schließlich die "Theosis", die einzige Bestimmung des Menschen, zu erreichen.  
Das ist der Weg, den Vater Johannes Romanidis und der Ehrwürdige Metropolit von Nafpaktos, Hierotheos (Vlachos) vollständig beschrieben haben; es ist die Heilung des Menschen, wie ihn alle unsere Heiligen leben.
Das bedeutet es,  im Leib Christi (in der Kirche) zu leben. Das ist der Grund für die Existenz der Kirche. Das ist das Ziel des gesamten Erlösungswerk Christi. Der Hl. Gregor Palamas sagt (4. Predigt über die Parousie), dass es von Ewigkeit her der Wille Gottes für den Menschen ist, dass „er einen Platz findet in der Herrlichkeit des Göttlichen Königreichs“, dass er die Vergöttlichung (Theosis) erreicht. Das ist der Sinn der Schöpfung. Und er fährt fort: "Aber auch die göttliche und geheime Kenosis, der gottmenschliche Zustand, das erlösende Leiden, alle Mysterien (d.h. das ganze irdische Wirken Christi) waren aus göttlicher Vorsehung und Allwissenheit Vorbereitung  für dieses Ende (zu diesen Zweck)." 

Bild von hier

4. Wichtig ist jedoch, dass nicht alle Menschen diesem Ruf Christi folgen und deshalb nicht alle in der gleichen Weise an Seiner ungeschaffenen Herrlichkeit teilhaben. Darüber belehrt uns Christus im Gleichnis vom reichen Mann und vom armen Lazarus (Lukas, Kap.16). Der Mensch verweigert das Angebot Christi, wird zum Feind Gottes und lehnt das Angebot ab, durch Christus erlöst zu werden. (Dies ist die Lästerung gegen den Heiligen Geist, denn im Heiligen Geist akzeptieren wir den Ruf Christi). Diese sind diejenigen, die niemals  bereut haben, die in der Hymne erwähnt werden. Gott "wird niemals zum Feind",  bemerkt Johannes Chrysostomus, wir werden Seine Feinde (feindlich gesinnt), wir weisen Ihn ab. Der Mensch ohne Reue wird dämonisiert, weil er sich dafür entscheidet. 
Gott will das nicht. Der Hl. Gregor Palamas sagt: „…denn das war nicht MEIN ursprünglicher Wille; ich habe euch nicht dafür erschaffen; ich habe das Feuer nicht für euch bereitet; sondern für die Dämonen, die einen unveränderlichen Hang zum Bösen haben, wird dieses unauslöschliche Feuer entzündet, denen euer eigener unbekehrter Sinn anhängt“. „Die Symbiose mit den bösen Engeln ist freiwillig (= willentlich).“ (op. cit.) Mit anderen Worten, es ist eine freie Wahl des Menschen.
Beide, der reiche Mann und Lazarus sehen dieselbe Wirklichkeit, Gott in seinem ungeschaffenen Licht. Der Reiche erreicht die Wahrheit, den Anblick Christi, aber er kann nicht wie Lazarus daran teilhaben. Lazarus „lässt sich bitten" (wird getröstet),  jener aber "leidet" (wird gequält). Die Worte Christi,  dass sie "Mose und die Propheten haben", gerichtet an jene, die noch in dieser Welt sind, bedeuten, dass wir alle unentschuldbar sind. Denn es gibt die Heiligen, die die Erfahrung der Theosis haben und die uns einladen, uns der Art und Weise ihres eigenen Lebens anzuschließen, damit wir, wie sie, die Theosis erlangen. Also sind die Verdammten, wie der Reiche, unentschuldbar.
Die Haltung gegenüber seinem Mitmenschen zeigt das Innere des Menschen, und deshalb ist dies das Kriterium des Jüngsten Gerichts bei der Wiederkunft (Matthäus Kap. 25). Das bedeutet nicht, dass der Glaube an Christus und die Treue des Menschen  übersehen werden. Dies wird vorausgesetzt, weil die Haltung dem anderen gegenüber zeigt, ob wir Gott in uns haben oder nicht. Die ersten Sonntage im Triodion (die der Vorfastenzeit) kreisen um unsere Haltung gegenüber unserem Mitmenschen. Am ersten Sonntag rechtfertigt sich der (scheinbar fromme) Pharisäer (er spricht sich heilig) und lehnt den Zöllner ab (erniedrigt ihn) Am zweiten Sonntag bedauert der "ältere" Bruder (eine Wiederholung des fromm erscheinenden Pharisäers) die Rückkehr (Rettung) seines Bruders. Auch er, der scheinbar fromme, hatte eine falsche Frömmigkeit, die keine Liebe hervorbrachte. Am dritten Sonntag wird dieser Zustand zum Kriterium für unser ewiges Leben.

5. Die Erfahrung von Himmel oder Hölle ist jenseits der Worte und der Sinne. Es ist eine ungeschaffene Realität und nicht eine geschaffene. Die Lateiner schufen den Mythos, dass Himmel und Hölle geschaffene Realitäten sind. Es ist ein Mythos, dass die Verdammten Gott aufgrund seiner Abwesenheit nicht schauen werden. Die Lateiner nahmen auch das Feuer der Hölle als etwas Geschaffenes (z.B. Dante). Die orthodoxe Tradition ist der Heiligen Schrift treu geblieben, dass auch die Verdammten Gott schauen werden (wie der reiche Mann im Gleichnis), allerdings als ein "verzehrendes Feuer." Die lateinischen Scholastiker  verstanden die Hölle als Strafe und Entzug der Schau des Göttlichen Wesens. Aus biblischer und patristischer Sicht aber ist die Hölle das Versagen des Menschen und seine Weigerung, mit der göttlichen Gnade zusammenzuarbeiten, um zur "erleuchtenden" Schau Gottes (Paradies) und zur bedingungslosen Liebe zu gelangen (vgl. 1 Kor 13,8: "sie (die Liebe) sucht nicht das Ihre“) Es gibt daher keine Abwesenheit Gottes, nur Seine Gegenwart. 
Deshalb ist seine Wiederkunft schrecklich. ("Oh, was für eine Stunde wird es sein,..." singen wir in den Ainous, den Hymnen des Morgengebetes). Es ist eine unwiderlegbare Tatsache, auf die sich die Orthodoxie allezeit ausrichtet („Ich erwarte die Auferstehung der Toten…“). Die Verdammten, diejenigen, die ein verstocktes Herz haben, wie die Pharisäer (Mk. 3,5 "in der Verhärtung ihres Herzens") schauen in Ewigkeit das Feuer als Rettung! Denn  ihr Zustand ist für eine andere Form des Heils nicht empfänglich. Auch sie sind "vollendet", sie erreichen das "Ende" ihres Weges, aber nur die Gerechten vollenden den Weg als Erlöste. Jene vollenden ihn als Verdammte. Für jene ist die Hölle die Rettung, weil sie während ihres Lebens nur die Freuden gesucht haben. Der Reiche im Gleichnis labte sich an seinen Gütern. Lazarus erlitt unerschütterlich  "das Übel". Das ist es, was der Apostel Paulus zum Ausdruck bringt (1. Kor. 3,13-15): 
"Das Werk eines jeden wird offenbar werden; jener Tag wird es sichtbar machen, weil es im Feuer offenbart wird. Das Feuer wird prüfen, was das Werk eines jeden taugt. Hält das stand, was er aufgebaut hat, so empfängt er Lohn. Brennt es nieder, dann muss er den Verlust tragen. Er selbst aber wird gerettet werden, doch so wie durch Feuer hindurch." 
Beide, Gerechte wie Unbekehrte gehen durch das ungeschaffene „Feuer“ der Göttlichen Gegenwart, die einen gehen jedoch unversehrt hindurch, während die anderen verbrannt werden. Sie werden ebenfalls „gerettet“, aber nur so, wie jemand, der durch Feuer hindurchging. Efthymios Zigavinos (12. Jh.) stellt fest: "Gott als Feuer, das die Reinen erleuchtet und erhellt, die Unreinen jedoch verbrennt und verdunkelt". Und Theodoret von Cyrus schreibt über das „gerettet werden“: "Man wird durch das Feuer gerettet und geprüft“, so nämlich, wie wenn jemand durch das Feuer hindurchgeht. Wenn er einen guten Schutz hat, verbrennt er nicht, andernfalls wird er zwar „gerettet“, allerdings versengt!

Das Feuer der Hölle, hat also nichts mit dem lateinischen "Purgarotium“ (Fegefeuer) zu tun, noch ist es geschaffen, noch ist es eine Bestrafung, noch ein vorübergehender Zustand. Ein solcher Ansatz verlagert die eigene Verantwortung auf Gott. Aber die Verantwortung liegt einzig und allein bei uns, ob wir Gottes Angebot des Heils (der Heilung) annehmen oder ablehnen. Der "geistliche Tod" ist die Schau des ungeschaffenen Lichts, der Göttlichen Herrlichkeit, als Feuer und Flamme. Der Heilige Johannes Chrysostomus bemerkt in seiner 9. Auslegung des ersten Korintherbriefes: „Die Hölle ist ewig… die Sünder werden bestraft im ewigen Verderben. Und das «Verbrannt werden», bedeutet, dass man der Kraft des Feuers nicht standhält." Und er fährt fort: "Und er, Paulus, sagt, es bedeutet: „er wird nicht, so wie seine Werke, völlig zum Nichts (zum „Nichtmehrsein“) verbrannt, sondern er existiert weiter im Feuer. Er betrachtet das als „Rettung“ (nämlich, dass er nicht völlig ausgelöscht wird, sondern weiter existiert) Bei uns ist es auch Brauch zu sagen: „es hat das Feuer überlebt“, wenn wir uns auf nicht völlig verbrannte Materialien beziehen.
 Die scholastischen Vorstellungen bzw. Interpretationen, die, durch Dantes Werk (Inferno), auch in unsere Welt eingegangen sind, haben Auswirkungen, die bis zu heidnischen Versionen reichen. Ein Beispiel ist die Trennung von Himmel und Hölle, als zwei unterschiedliche Orte. Das geschieht, weil nicht zwischen dem Geschaffenen und dem Ungeschaffenen unterschieden wird. 
Ein weiteres Beispiel ist die Leugnung der Ewigkeit der Hölle im Sinne der "Wiederherstellung" der Dinge oder der Idee vom "guten Gott" (Bon Dieu). Gott ist in der Tat "gut" (Mt. 8,17), da er allen das Heil anbietet. "Er will, dass alle Menschen gerettet werden ..." (1. Tim. 2,4). Aber das Wort Christi, das wir bei Begräbnissen hören, ist gewaltig: "Von mir selbst aus kann ich nichts tun; ich richte, wie ich es (vom Vater) höre, und mein Gericht ist gerecht“. (Joh. 5,30)  Eine Erfindung ist auch der Begriff der „Theodizee“, der in diesem Fall angewandt wird. Alles bezieht sich letztlich auf Gott (er wird retten oder verdammen), ohne die „Mitarbeit“ des Menschen als Faktor für das Heil zu berücksichtigen. Die Erlösung ist nur im Rahmen der Teilnahme und Mitarbeit des Menschen mit der göttlichen Gnade möglich. Johannes Chrysostomos schreibt: "Das Meiste, ja fast alles, ist Gottes; er überließ uns jedoch eine Kleinigkeit." Diese "Kleinigkeit" besteht darin, die Einladung Gottes anzunehmen. Der Dieb wurde gerettet, indem er das "HERR gedenke meiner!“ als Schlüssel benutzte. Heidnisch ist auch die Vorstellung von Gott, der zornig auf den Sünder ist, während Gott, wie wir sahen, "niemals zum Feind wird". Dies ist ein juristisches Verständnis von Gott, das auch dazu führt, dass die „Buße“ bei der Beichte als Strafe und nicht als Arznei (Heilmittel) verstanden wird.

6. Das Geheimnis von Himmel und Hölle wird auch im Leben der Kirche  in der Welt erfahren. Bei den Sakramenten wird die Teilnahme des Gläubigen an der Gnade verwirklicht, damit die Gnade in unserem Leben auf unserem Weg in Christus wirksam wird. Vor allem in der Göttlichen Eucharistie wird das Ungeschaffene, die Heilige Kommunion, in uns entweder Paradies oder Hölle, je nach unserem Zustand. Deshalb ist die Teilnahme an der Heiligen Kommunion mit dem ganzen geistlichen Weg des Gläubigen verbunden. Wenn wir unrein und ohne Reue hinzutreten, dann werden wir verdammt (verbrannt). Die Heilige Kommunion wird in uns zur „Hölle“ und zum „geistlichen Tod“. Jedoch natürlich nicht, weil sie sich in so etwas verwandeln würde, sondern weil unsere Unreinheit sie nicht als „Paradies“ akzeptieren kann. Da die Heilige Kommunion die "Medizin der Unsterblichkeit" genannt wird (Hl. Ignatius der Gottesträger, 2. Jh.) verhält es sich mit ihr genau wie mit einem Medikament. Wenn unser Körper nicht die Voraussetzungen hat, um es zu akzeptieren, dann hat das Medikament Nebenwirkungen und, anstatt zu heilen, tötet es. Nicht das Medikament ist dafür verantwortlich, sondern der Zustand unseres Organismus. Es muss betont werden, dass, wenn wir das Christentum nicht als einen therapeutischen Prozess akzeptieren und die Sakramente als geistliche Medizin, wir dahin geführt werden, aus dem Christentum eine Religion zu machen, d.h. wir machen es zu einem Götzenkult. Und das geschieht leider sehr häufig, wenn wir das Christentum als "Religion" verstehen.
Das gegenwärtige Leben wird unter dem Licht des  Zwillingspaares Paradies/  Hölle bewertet. "Suchet zuerst das Reich Gottes und seine Gerechtigkeit" empfiehlt uns Christus (Mt. 6,33). Und Basilios der Große sagt zu den jungen Leuten: "Alles was wir tun, ist die Vorbereitung auf ein anderen Lebens“. (Kap. 3) Unser Leben muss eine andauernde Vorbereitung auf die Teilhabe am „Paradies“ sein, d.h. auf unsere Gemeinschaft mit dem Ungeschaffenen (Joh. 17,3). Und das beginnt schon in diesem Leben. Deshalb sagt der Apostel Paulus: „Jetzt ist sie da, die Zeit der Gnade; jetzt ist er da, der Tag der Rettung.“ (2 Kor 6,2). Jeder Moment unseres Lebens ist von soteriologischer Bedeutung. Entweder gewinnen wir die Ewigkeit, die ewige Gemeinschaft mit Gott, oder wir verlieren sie. Deshalb tun die östlichen Religionen und Kulte, die die Reinkarnationen predigen, dem Menschen unrecht. 
Denn sie verlagern das Problem auf ein anderes (natürlich nicht-existierendes) Leben. EIN Leben hingegen gibt es, in dem wir gerettet werden oder verloren gehen. Deshalb fährt Basilius der Große fort, "die Dinge jedoch, die uns diesem Leben näherbringen, sollten wir lieben und ihnen aus ganzer Kraft folgen; und diejenigen, die uns nicht dorthin führen, sollten wir als etwas Wertloses missachten.“ Das ist das Kriterium des christlichen Lebens. Der Christ wählt immer das, was zu seinem Heil beiträgt. In diesem Leben gewinnen wir den Himmel oder wir verlieren ihn  und landen in der Hölle. Deshalb sagt der Evangelist Johannes: " Wer an ihn glaubt, wird nicht gerichtet; wer nicht glaubt, ist schon gerichtet, weil er an den Namen des einzigen Sohnes Gottes nicht geglaubt hat." (3.18)
Die Aufgabe der Kirche ist es daher nicht, den Menschen ins Paradies oder die Hölle zu „schicken“, sondern ihn auf das letzte Gericht vorzubereiten. Die Arbeit des Klerus ist therapeutisch und nicht moralisierend oder sittenbildend im weltlichen Sinn des Wortes. Die Essenz des Lebens in Christus wird in den Klöstern bewahrt, natürlich nur, wenn sie orthodox, d.h. patristisch sind. Der Zweck, der von der Kirche angebotenen Therapie ist es nicht, „nützliche“ Bürger und das dem Wesen nach „Nützliche“ zu schaffen, sondern Bürger des himmlischen (ungeschaffenen) Königreichs. Dies sind die Bekenner und die Märtyrer, die wahren Gläubigen, die Heiligen.
Daran wird aber auch unsere Mission gemessen: Wohin rufen wir die Menschen? In die Kirche als Hospital / Sanatorium oder zu einer Ideologie, die sich christlich nennt? Anstatt nach Heilung,  suchen wir im Allgemeinen danach, uns einen Platz im "Paradies" zu sichern. Deshalb beschäftigen wir uns   mit Festen und nicht mit Therapie. Das bedeutet natürlich nicht eine Ablehnung der Gottesverehrung. Aber ohne Askese (asketisches Leben, heilende Übung) kann die  Gottesverehrung  uns nicht heiligen. Die daraus resultierende Gnade bleibt unwirksam in uns. Die Orthodoxie verspricht niemandem, ihn in irgendein Paradies oder in irgendeine Hölle zu schicken, aber sie hat die Kraft, wie es die unversehrten und wunderwirkenden Reliquien ihrer Heiligen beweisen (Unversehrtheit=Vergöttlichung), den Menschen vorzubereiten, auf ewig die ungeschaffene Gnade und das Königreich Christi als Paradies zu schauen und nicht als Hölle.

Du kannst sehen:


Οrientierung durch Orthodoxe Dogmatische Erläuterung
 

Σάββατο 1 Ιουνίου 2019

Books about St Paisios of Holy Mount (1924-1994) in English, Albanian, Arabic, Bulgarian, French, German, Greek, Spanish, Italian, Persian, Russian, Serbian & Turkish (pdf)



 
Από το ιστολόγιο για το εκκλησάκι του Αγίου Παϊσίου του Αγιορείτου που είναι στον Μαΐστρο της Αλεξανδρούπολης. Ευχαριστούμε τον αδελφό μας μοναχό Άβελ που μας το έστειλε. Ας έχει όλος ο κόσμος τις πρεσβείες του αγίου μας. Εδώ ενότητα γι' αυτόν, που έχει και ξενόγλωσσες αναρτήσεις. Δείτε επίσης τις ενότητές μας Ετέραις γλώσσαις και Ορθόδοξα Βαλκάνια. Αραβόφωνα άρθρα εδώ. Παντζάμπ (ινδική γλώσσα των Σιχ) εδώ. Εδώ λίστα βιβλίων στη σελίδα της Ιεράς Μονής Σουρωτής. Στο τέλος έχει και ξενόγλωσσα (μόνο τους τίτλους).

  


من هو يسوع 

    Βουλγάρικα Βιβλία (Bulgarian Books)
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    Γαλλικά Βιβλία (French Books)
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3. https://drive.google.com/open?id=0BzdlO0t7MOiXNXdyYlNMT1RjUkk
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8. https://drive.google.com/open?id=0BzdlO0t7MOiXVW5tcnRtNjdtc2M
9. https://drive.google.com/open?id=0BzdlO0t7MOiXOVY2VGRVcE5jNlU
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    Γερμανικά Βιβλία (German Books)
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3. https://drive.google.com/open?id=0BzdlO0t7MOiXVzNvMVZGWDFqLVE
4. https://drive.google.com/open?id=0BzdlO0t7MOiXWGNZUXBETUdLaDQ
5. https://drive.google.com/open?id=0BzdlO0t7MOiXRlF6RWd3Y21aczA
6. https://drive.google.com/open?id=0BzdlO0t7MOiXQmkzMmhTUlZYNms
7. https://drive.google.com/open?id=0BzdlO0t7MOiXMi01TXZCVXY3aDg
8. https://drive.google.com/open?id=0BzdlO0t7MOiXYW9kNmNqR01pNXM
9. https://drive.google.com/open?id=0BzdlO0t7MOiXSEkxcVhrZDV2UjQ
10. https://drive.google.com/open?id=0BzdlO0t7MOiXcE1uS2xjTF9WOEk
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    Ελληνικά Βιβλία (Greek Books)
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    Ισπανικά Βιβλία (Spanish Books)
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Ιταλικά Βιβλία (Italian Books)
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7. https://drive.google.com/open?id=0BzdlO0t7MOiXdVlPd0lGY1IxUDA
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10. https://drive.google.com/open?id=0BzdlO0t7MOiXMDlMcFh5SjNiNUE
11. https://drive.google.com/open?id=0BzdlO0t7MOiXQ1FiM1NUSlg5Vnc
12. https://drive.google.com/open?id=0BzdlO0t7MOiXdnFyY0w5d1g2LU0
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14. https://drive.google.com/open?id=0BzdlO0t7MOiXQkJHZXJ0NVNtWU0
15. https://drive.google.com/open?id=0BzdlO0t7MOiXS21fMkpWWTY2dm8
16. https://drive.google.com/open?id=0BzdlO0t7MOiXRmhtamhOVUdia2M
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    Περσικά Βιβλία (Persian Books)
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    Ρώσικα Βιβλία (Russian Books)
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2. https://drive.google.com/open?id=0BzdlO0t7MOiXUnpPeEY2djVScFE
3. https://drive.google.com/open?id=0BzdlO0t7MOiXRS1Sb2JNYjZGQ00
4. https://drive.google.com/open?id=0BzdlO0t7MOiXc2hyZ0pmMFJpNzA
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7. https://drive.google.com/open?id=0BzdlO0t7MOiXQ1VKRE5xSTF0aDQ
8. https://drive.google.com/open?id=0BzdlO0t7MOiXc2JMaU9tWERZSTQ
9. https://drive.google.com/open?id=0BzdlO0t7MOiXeUk4RFBrTDQtbGc
10. https://drive.google.com/open?id=0BzdlO0t7MOiXX2dkTmNndVdSSzA
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    Σέρβικα Βιβλία (Serbian Books)
1. https://drive.google.com/open?id=0BzdlO0t7MOiXZ1BPejkyZ0dWd1U
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3. https://drive.google.com/open?id=0BzdlO0t7MOiXaVlIbzVhYzEwU2c
4. https://drive.google.com/open?id=0BzdlO0t7MOiXY1JzT0IxRnlleXc
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    Τούρκικα Βιβλία (Turkish Books)
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3. https://drive.google.com/open?id=0BzdlO0t7MOiXeVV4SGUzcnRwSjA
4. https://drive.google.com/open?id=0BzdlO0t7MOiXUjBRVW16eXctbDA
5. https://drive.google.com/open?id=0BzdlO0t7MOiXeTEzMVh1TjFHZzQ
6. https://drive.google.com/open?id=0BzdlO0t7MOiXUjV2R253c25nNjQ

 
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